Geschichte

Geschichte

Das Corps wurde unter dem Namen „Brunsviga“ am 11. August 1813 von Studenten aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und dem Bistum Halberstadt gegründet. Bisher waren die Studenten aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und dem Bistum Halberstadt zusammen mit den hessischen Studenten Mitglied einer „Hassonia“ gewesen. Als aber im Jahre 1810 die frühere Landesuniversität des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel, die Universität Helmstedt, geschlossen wurde, kamen mehr braunschweigische und halberstädtische Studenten nach Göttingen, der traditionellen hannoverschen Landesuniversität. So stieg der Bedarf nach einem speziell braunschweigischen landsmannschaftlichen Zusammenschluss.

Die erste überlieferte Constitution des Corps datiert vom 18. Februar 1814.

Die Farben waren anfangs „schwarz-blau-rot“, wobei das schwarz-blau aus den Uniformfarben der „Schwarzen Schar“ des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels („Schwarzer Herzog“) abgeleitet wurde, das Rot stammte aus den Farben des Bistums Halberstadt (weiß-rot). Weitere Farbänderungen folgten (schwarz-blau, schwarz-blau-weiß), seit dem Jahre 1828 trägt Brunsviga „schwarz-weiß-hellblau“.

Die braunschweigischen Studenten drückten durch die Farbwahl ihre Begeisterung für ihren Herzog aus, der in den Befreiungskriegen die Eigenständigkeit des Herzogtums Braunschweig gesichert hatte. Zur Legendenbildung trug bei, dass der Herzog in der Schlacht bei Quatre-Bras, wenige Tage vor der Schlacht bei Waterloo, sein Leben verlor (siehe auch: The Black Brunswicker).

Aus dem Kreise der Mitglieder des Corps gingen im Laufe des 19. Jahrhunderts mindestens vier Staatsminister (entsprechend dem heutigen Ministerpräsidenten) und weitere bedeutende Politiker des Herzogtums und der Stadt Braunschweig hervor. Dies zeigt die starke landsmannschaftliche Ausrichtung des Corps auf das Braunschweiger Land und die große Anziehungskraft auf führende Kreise des Herzogtums, aber auch des späteren Freistaates Braunschweig.

Brunsviga ist seit der Gründung des Verbandes im Jahre 1848 Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). 1855 stellte sie den ersten regulären Vorort.

In den 1860er Jahren bildete Brunsviga zusammen mit seinem Kartellcorps Corps Thuringia Jena („Jenenser Thüringer“) den Kern des „Schwarzen Kreises“, des ältesten Kreises innerhalb des KSCV. Der Name „Schwarzer Kreis“ wurde von der Mützenfarbe der Braunschweiger und Thüringer abgeleitet. Weitere Kreisgründungen mit anderen Farbbezeichnungen folgten.

Brunsviga ist seit 1846 durch ein „Kartell“ mit Thuringia verbunden. Dieses ist das älteste ungebrochene Kartell im KSCV und damit vermutlich auch das älteste ununterbrochen bestehende Verhältnis von Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum überhaupt. Brunsviga und Thuringia bilden mit dem Corps Hassia-Gießen zu Mainz und dem Corps Suevia München seit 1909 das „Eisenacher Kartell“, das als Kern des „Schwarzen Kreises“ im KSCV gilt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts übernahm Brunsviga Göttingen zwei Corps, die in der militärärztlichen Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen wurzelten: 1956 fusionierte sie mit dem Corps Saxonia Hann. Münden, nahm ihre Mitglieder auf und verpflichtete sich, ihre Tradition weiterzuführen. Mit dem Corps Franconia Hamburg wurde 1979 ein ähnlicher Vertrag abgeschlossen.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Corps_Brunsviga_Göttingen
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